Sonntag, 16. August 2009

Abschied:

Wir sind am aufbrechen. Unglaubliche Erfahrungen, ein sehr nettes und gutes Team und Tonnen von Geduld haben uns bereichert. Oliver und ich werden am Montag den 17.8 im Flugzeug nach Europa sitzen, Dario bleibt bis Anfang September und muss seine Doktor Arbeit dann fertig stellen bzw. abgeben, Adriana wird wohl hier bleiben und Volkmar ? Ja Volkmar wird noch etwas Urlaub machen und sich auf die Suche nach der perfekten Welle begeben. Nachdem er sein eigenes Surfboard nicht mitnehmen konnte hat er sich ein gebrauchtes gekauft und hofft auf Offshore Wind und hohe aber nicht zu hohe Wellen.



55 Tapes, sprich 55 Stunden Material, sehr viele Ton Atmos, ca. 40 Batterien, Viele Waschmaschinen Ladungen voller Wäsche und zig Auto Kilometer.
Ich musste sehr viel Material synchronisieren d.h. Aufnahmen mit verschiedenen Kameras und Tonspuren synchron zueinander anlegen. Manchmal ein extremes Geduldspiel.
Wir sind relativ zufrieden, Dario und Oliver transkribieren die Versammlungen bis zum Schluss, schmeißen alles Unnötige raus und ich exportiere und kopiere den Rest für Dario, damit er mit der Feinübersetzung beginnen kann.

Ich werde nach erfolgtem Schnitt die finale Tonmischung machen. Diesmal kann ich leider über den Tonmenschen der die Aufnahmen gemacht hat nicht schimpfen da ich es selber bin. Verdammt ☺. Ich muss alle meine Fehler selber ausbügeln.
Spätestens Ende des Jahres soll der Film fertig sein, vielleicht möchte ihn ja der eine oder andere bzw. die eine oder andere sehen. Ich gebe bescheid wann und wo das möglich sein wird.

Am letzten Abend sind wir noch Churasco essen gegangen in einem „all you can eat“ Restaurant.


Solange das Grüne Teil am Tisch oben ist wissen die Kellner, daß man noch will. Wenn man nicht mehr kann dreht man um sodaß der rote Teil nach oben zeigt und die Kellner kommen nicht mehr mit den großen Spießen.

Rind, Rind, Rind. Es war unglaublich gut und herzhaft. Leider haben wir alle etwas zuviel gegessen, ich versuche gerade meinen Magen mit Fernet zu beruhigen. Freu mich schon auf eine fleischfreie Zeit in Österreich.

Ich hoffe euch haben die Blog Einträge gefallen und inspiriert, Venezuela ist auf jeden Fall eine Reise wert.

The future is about to be redressed

16.8 Photos Petare

Filmen in Petare. Straßenszene, Mann repariert sein Motorrad



Materl mit Abflußroh mittendurch.




Petare Viertel

Freitag, 14. August 2009

Fruchtspielereien:

Früchte soweit das Auge reicht und darüber hinaus.
In allen Farben und Geschmacksrichtungen da ist für jeden etwas dabei.
Mango, Zapote, Poma Rosa, Mamon, Acerola, Naranja, Papelón (Zuckerrohrsaft), Guave (guayaba), Ochsenherzapfel (guanábana) usw.
Einige davon hab ich zum ersten mal gegessen, vielleicht als Kind schon einmal aber daran kann ich mich nicht erinnern. Wir trinken Säfte so oft es geht und versuchen sie mit keinem bzw. so wenig Zucker wie möglich zu genießen. Herrlich !!!
Würde gerne einige nach Europa mitnehmen, vielleicht tu ich das ja auch :-)

Zapote zu und offen. Große harte Kerne, süß und Saftig



Poma Rosa, schmeckt ähnlich wie Apfel, sauer und gut.



Mamon, großer harter Kern, man zuzelt die Kerne im Mund ab. Flecken gehen angeblich nicht mehr aus der Kleidung raus.

Donnerstag, 13. August 2009

12.8 + 13.8 Petare, Caracas

Wir sind in der Casa Communitaria in Petare untergebracht, schlafen alle in einem Zimmer in dem sich die alten Matratzen gerade nebeneinander ausgehen. Neben uns Baustelle, alles ist staubig. Es sind 10 weitere Leute im Moment hier, die auch alle übernachten. Wenn man duschen will muss man es sehr spät oder sehr früh tun. Ich bin heut um 6.20 Uhr aufgestanden und musste auch schon vor der Badezimmer Türe anstehen. Um das Leisesein in der Früh machen sich die Venezuelaner auch keine Sorgen, da wird geschwatzt, laut telefoniert, der Fernseher läuft auch schon in der früh. Angeblich ziehen wir heute Abend einen Stock tiefer in den Kindergarten, der im Moment wegen Ferien geschlossen ist. Dort können wir auch unser Equipment endlich einschließen. Mit gehen hier definitiv zu viele Leute ein und aus.




Endlich wir sind in den Kindergarten übersiedelt. Überall kleine Tischchen, Stühlchen, Bettchen, wir kommen uns vor wie bei den sieben Zwergen.

Adriana beim Relaxen vor dem Fernseher im Kindergarten. Ob das wohl gemütlich ist ?



Das Equipment ist sicherer und wir können uns auf unsere Arbeit konzentrieren. Nach einem 2,5 Stunden dreh gestern Abend schmerzen meine Arme immer noch, vor allem weil sich der Hauptredner die ganze Zeit bewegt hat. Zappelphillip. Ist auch sehr schwer zu filmen, weil vor und zurück, seitlich, dauernd nachschärfen bedeutet. Olivers Kameradisplay hat den Geist aufgegeben und somit schielt er immer mit einem Auge in den Sucher und versucht einen guten Bildauschnitt zusammen zu bekommen. Volkmars Display macht auch schon Probleme, vielleicht doch zu viel Feuchtigkeit am Land ab bekommen.

Sind heute zu einem Radio Sender gefahren und haben dort die Radiosendung des Radio Communitario aufgenommen. Eine Radiosendung die sich mit Themen der Gemeinde beschäftigt.



Bei der Rückfahrt kam es zu sinnflutartigen Regenfällen.
Unglaublich wie das Wasser die steilen Strassen herunterschießt und sich an bestimmten Kreuzzungen bis zu einem Meter hoch sammelt. Verkehrschaos pur. Unser Fahrer hat aber nichts gesehen weil seine Scheiben komplett beschlagen waren. War ihm sowieso egal. Er ist halt irgendwie gefahren.





22.44 Uhr mal wieder ein Schuss ganz in der Nähe, zum Glück sind wir hier hinter Gittern in Sicherheit und müssen nachts nicht auf der Straße arbeiten.
Später dann noch ein Schuss, habe nicht mehr auf die Uhr geschaut, ist nichts Besonderes mehr☺.

Dienstag, 11. August 2009

Politisches

Habe gerade wieder einen Artikel im Online Standard
über die nicht verlängerten Lizenzen von 34 Radiosendern hier in Venezuela gelesen und ich muss sagen mir fällt erst jetzt auf wie stark gefärbt die Europäischen Medien berichten. Zitat Standard „Venezuelas linksgerichtete Regierung hat mit dem Lizenzentzug für 34 Radiostationen ihre Gangart gegen die Medien verschärft“

Fakt 1: Alle Radiosender im Land wurden aufgefordert ihre Lizenzen zu verlängern und ihre ausstehenden Steuern zu zahlen und 34 Sender sind dieser Aufforderung nicht nachgekommen. Somit Lizenz weg, eh klar.
Passiert auch in Europa. Fernsehsender verlieren ihre terrestrische Lizenz in Deutschland dafür kommen neue nach. Kein Mensch regt sich auf.

Standard Zitat „Die von der Regierung erwogene Verschärfung der Mediengesetze sieht zwischen zwei und vier Jahren Haft vor, wenn Journalisten oder Verleger Informationen verbreiten, durch die "öffentliche Panik" geschürt und "Frieden, Sicherheit und Unabhängigkeit der Nation" gefährdet werden.“

Fakt 2: Das Gesetzt stand zur Diskussion, das bedeutet es muss durch die Nationalversammlung in der die linke die Mehrheit hat durch und Chavez muss es dann auch unterschreiben. Die Linke haben aber gerade heute wieder gesagt sie wollen dieses Gesetz nicht und werden es nicht unterstützen. Somit kommt es auch nicht.

Zeitungsauschnitt von "ultimas noticias" : "Psuv (Chavisten Partei) unterstützt das Gesetz der Medien Delikte nicht".

Außerdem werden sogar in Europa Redakteure wegen Fälschungen verurteilt.
http://de.wikipedia.org/wiki/Michael_Born

Fakt 3:Mitten letzten Jahres wurden ca. 500 Politiker zur Neukandidatur gesperrt weil sie der Korruption verdächtig waren. Großer Aufschrei in allen Medien es werde die Opposition unterdrück. Von den 500 Politikern waren die große Mehrheit Chavisten, nur ein kleinerer Teil von der Opposition.

Fakt 4: Das größte Problem in Venezuela ist die Korruption, deswegen kommt es immer wieder zu Verfahren gegen korrupte Leute. Dies sind allerdings auch oft Chavisten.
Wenn diese dann die Seite wechseln und öffentlich bekannt geben sie werden als Oppositionelle verfolgt ist das natürlich auch ein gefundenes Fressen für diverse Oppositions Medien.


Zusätzlich noch eine kleine Info über den Kolumbianischen Präsidenten Alvaro Uribe Velez
http://www.gwu.edu/~nsarchiv/NSAEBB/NSAEBB131/index.htm
Vor allem was im Kasten ober links steht ist interessant.

Falls sich jemand wirklich etwas mit Venezuela auseinandersetzen will hier 2 gute Links.
http://www.venezuelanalysis.com/
http://www.aporrea.org/ in spanisch

Montag, 10. August 2009

Fotos Zusatz Campesino

Hier noch ein paar zusätzliche Fotos zum Land Aufenthalt.


Rudi auf einer Moto, meistens ein chinesisches Fabrikat.



Käse Anlieferstelle für die Bauern. Dort wir der Käse gewogen und sie bekommen dann Geld
oder Lebensmittel im Gegenwert,



Ja die Gummi Stiefel. In der Regenzeit ein sehr wichtiges Utensil.


Eine Versammlung!!!

8.8 – 10. 8 Reisen

Rückfahrt nach Caracas über San Fernando de Apure.
2 ½ Tage dauert die Rückfahrt, teilweise nachts im Grenzgebiet zu Kolumbien.
Paramilitär Gebiet, viele verdienen sich hier mit Schmuggel ihr Geld, an jedem Polizei Posten wird man genau unter die Lupe genommen. Fühlt sich etwas mulmig an nachts an schwer bewaffnete Polizisten zu geraten von denen man nicht weiß ob sie korrupt sind oder nicht.
Aber außer Ausweise, Fahrzeugpapiere haben sie sich meistens nur für unsere Alu Kisten, mit Equipment, interessiert. Landschaftlich recht uninteressant, da sehr abgeholzt, bilden auch hier alle Wiesen Überschwemmungsgebiete. Nachts gestaltet sich die Weiterfahrt etwas gefährlich da man jederzeit mit diversen Tieren auf der Straße rechnen muss. Kaimane, Eulen, viele Hunde, wir glauben auch ein Ozelot bzw. eine ähnliche Raubkatze gesehen zu haben.
Einige Male haben wir versucht mitten im Nirgendwo eine Pause einzulegen aber sind nach sehr kurzer Zeit und hunderten von Moskito Stichen wieder ins Auto gesprungen und weitergefahren. Ankunft in Caracas, endlich wieder Berge ☺, Wäsche zur Wäscherei gebracht, Auto zur Autovermietung, Adriana kocht gerade Krokodilfleisch welches wir unterwegs gekauft haben.
Bin gespannt wie das schmeckt. Angeblich gut ☺
Morgen werden wir vom ehemaligen Chef des Viertels von „Petare“ abgeholt und dort werden wir angeblich direkt in dem Haus des Consejos Communal in Petare untergebracht

Campesino 6.8 - 8.8

Irgendwo in der Nähe von Guasdualito im Gebiet von Agua Linda.
Wir sind hier um einige Versammlungen zu drehen.
Es ist ein extremer Kontrast zur Stadt sogar zu Barinas, welches doch geschätzte 200 000 Einwohner hat. Von der Hauptstraße ca. 2 Stunden Erdstraßen, die nach einem Regenguss auch gerne sehr matschig und glatt werden. In den 60er bis 90er Jahren abgeholzt bildet dieses Gebiet mittlerweile eine riesige Überschwemmungsfläche mit einigen Vogelarten, Kaimanen, aber auch Rindern und Milliarden von Moskitos überall.




Wir kommen Nachts an und werden gleich mal komplett zerstochen. Nur Dank Ganzkörper Behandlung mit diversen Moskitomitteln überleben wir.
Wir werden bei Bauern untergebracht und lernen die einfache Lebensweise der Landbevölkerung kennen. Schlafen unter einem Palmenblätter Dach, über uns im Dachgiebel die Fledermäuse, die uns durchs Moskitonetz der Hängematten anpinkeln und ankacken.
Rund um uns herum, Schweine, Kühe (offener Stall), Hühner, Hunde und eine Bauernfamilie, die um 5 Uhr beginnt die Kühe im Stall neben uns zu melken.

Hängematten Konstruktion

Hier schlafen wir unterm Strohdach


Stall neben dem Haus


Gummistiefel sind hier ein Muss. Es ist eigentlich immer heiß hier und die Arbeit gestaltet sich aus mehreren Gründen schwierig. Erstens ist es wie schon erwähnt heiß und feucht und zweitens sind die Leute hier unkoordinierter und gemütlicher drauf als in den Städten.



Das bedeutet für uns es dauert alles noch länger und ist schwieriger zu organisieren.
Wenn man aufgrund der Straßenverhältnisse auch noch im Schlamm stecken bleibt muss man mit Motorrädern weiter zu den Versammlungen fahren und kann dann auch nicht so viel Equipment mitnehmen. Die Einheimischen sind aber sehr hilfsbereit und somit bekommen wir mit vereinten Kräften das Auto auch wieder Flott. Es ist nicht viel Arbeit, 2 Versammlungen, Milchfabrik, Käserei, aber trotzdem sind wir geschlaucht weil unser europäisches Denken hier überhaupt nichts bringt. Uhrzeiten, Orte können sich jederzeit ändern und wir verbringen viel Zeit mit warten und versuchen herauszufinden wie der Hase läuft.

Wir warten !!!!!!

Aufnahme eines Consejos (auch Dario muss Angeln helfen).


Wir sind nach zwei Tagen etwas genervt von den nicht vorhandenen Planungsmöglichkeiten, von der Feuchtigkeit und von den Moskitos und beschließen nach allen Drehs früher abzureisen und uns Richtung Caracas aufzumachen. Ausserdem haben wir in dieser Zeit keinen Strom und somit sind unsere Kamera Akkus leer. Trotzdem eine schöne und sehr lehrreiche Erfahrung.

Mittwoch, 5. August 2009

4.8+5.8

Aufstehen um 6.20 Uhr und direkt zur Vorbesprechung mit einem Consejo in Barinas.
Um 8.30 Uhr soll ein Workshop beginnen, tatsächlich beginnt der Workshop dann um 10.30 Uhr. Hätten wir wohl doch noch etwas länger schlafen können. Na ja so ist es hier halt.
Zweites Consejo drehen wir nicht, weil die Einheimischen sagen es sein für uns in diesem Barrio zu gefährlich. Deshalb machen wir Besorgungen für das richtige Land welches wir am Donnerstag besuchen werden. Gummistiefel, Hängematten, Moskitonetze usw.
Ja es ist Winter hier in Landesinneren. Kann schon mal bis zu 40 Grad haben.
Abends gutes gegrilltes Rind und im Hotel ein bisschen am Pool liegen und auch ein bisschen Schwimmen.

5.8
Zwei Drehs heute.





Volkmar bei Strasse Filmen auf einem Pickup


Unglaublich wie überzeugt die Chavisten von ihrer Idee der parzitipativen Demokratie sprich des Sozialismus sind.
Und das obwohl sie von allen Seiten bedroht werden. Amerikaner unterstützen Kolumbianische Paramilitärs die im Land für Terror sorgen sogar in Caracas. Die USA wird jetzt 7 Militärbasen in Kolumbien bauen (Viva Obama). Rechte Kräfte im Land die das System stürzen wollen und die zusätzliche Propaganda der imperialistischen, kapitalistischen Länder gegen Chavez und seine Politik versetzen manche Leute in Angst und Schrecken. Der einzige der laut Dario die Problematik der Paramilitärs versteht ist Chavez, selbst die Venezuelanischen Institutionen mit denen Dario für Chavez zu diesem Thema zusammenarbeiten sollte und wollte sehen diese Gefahr nicht.
Einen Artikel dazu gibt es hier: http://www.azzellini.net/interviews.htm.
Einfach runterscrollen bis zu: "Venezuela am militärischen Kreuzweg"

Morgen fahren wir wirklich aufs Land raus bin schon sehr gespannt was uns dort erwartet.
Sobald ich mehr weiss und wieder einen Internetzugang habe gibts ein update.
over and out

3.8

Wir warten. Nachdem das um 9 Uhr bestellte Auto von Budget noch immer nicht fertig ist sitzen wir und warten und warten. Trotz schriftlicher Reservierung war kein Auto da.
Dario hat mit einer Klage gedroht und denen klargemacht, dass wir pro Tag 20 000 Euro Produktionskosten verlieren☺. Das hat wohl gewirkt und somit bekommen wir wohl doch noch unseren Jeep. Danach wartet eine lange Reise nach Barinas auf uns .
Hoffentlich funktioniert alles so wie wir uns das vorstellen.
Wo befinden sich die meisten teuren weltweit agierenden Autovermietungen?
Richtig in den reichen Vierteln. Und da sind wir gerade. Es schaut hier aus wie in den wohlhabenden Vierteln in Brasilien, hohe Zäune, Spieße und Elektrozäune. Alle müssen sich einsperren damit sie sich in ihren Hochhäusern sicher fühlen. Wir haben einstimmig entschieden, dass uns das unser Barrio mehr gefällt☺.
Juchhu wir fahren los. Oder doch nicht ? Ca. 200 m nach unserem Start wollen wir 2 Polizisten nach dem Weg fragen und schon erfahren wir polizeiliche Willkür.
Kontrolle, aussteigen, durchsuchen usw. Leider finden sie meinen Tabak in meiner Tasche was mich natürlich in einen leichten Erklärungsnotstand bringt. Tabak und Zigaretten selber drehen ist hier nicht wirklich normal, wenn dann nur im Zusammenhang mit Marihuana. Ich musste im Vorfeld schon immer wieder erklären, dass es nur Tabak ist, weil Zigaretten in Europa sehr teuer sind usw. Bei den Polizisten hab ich diese Floskeln schon perfekt parat und somit begnügt sich der Herr Gendarm auf ein bisschen in den Tabakbeutel schnüffeln.
Weiterfahrt nach Barinas. Wir treffen unterwegs Volkmar, der mit Julie einer der Frauen des Consejos aus Caracas ein Stück mitfährt um die Busfahrt zu Filmen. Julie soll in der Doku unsere Verbindung zum Land sein. In Maracay wird Volkmar und Julie von einem Bekannten von Darios Freundin „Adriana“ abgeholt. Allerdings bemerkt der Fahrer Darwin, dass sein Auto, also unser Zweitauto, weil wir zu viele sind für ein Auto, extrem viel Öl verliert. Für ca. 600 Km 15 Liter Öl. Wir tanken noch unterwegs extreme 55 Liter Super Benzin um ca. 75 Euro Cent. Ich meine nicht pro Liter 75 Cent sondern insgesamt, Unfassbar.

8 Bolivares sind 1 Euro am Schwarzmarkt.
3,50 Bolivares sind 1 Euro offiziell


Jaja Venezuelas Straßen. Was soll ich da noch sagen. Jeder fährt wie er will. Nachts kommen einem fast alle mit Aufblendlicht entgegen, teilweise auf der eigenen Spur, aber Dario hat das mit Bravour gemeistert.

Kurz vor Ankunft, schon in Barinas, um ca. 01.30 Uhr in der Früh geht dann auch noch Darwins Wagen ein. Wir stehen auf einer nicht sehr sicheren Hauptstraße und versuchen zu überlegen was jetzt wohl zu tun sei. Darwin will sein Auto nicht alleine lassen und beschließt im Auto zu schlafen. Im Endeffekt lässt er sich dann aus Angst doch von einem Taxi Fahrer abschleppen. Wir fahren zum Hotel weiter duschen und ab ins Bett.

2.8

2.8
Heute mit einer Frau unseres Consejos Communal „Jaqueline“ ein anderes Viertel besucht in dem die Consejo Arbeit nicht so gut funktioniert. Dort schaut es auch dementsprechend aus. Die Häuser sind ärmer, überall Müll, das Wasser und die Scheiße läuft in einem Bach aus Unrat und Dreck den steilen Berg runter. Es riecht natürlich auch nicht besonders.



Bach im ärmeren Viertel



Jaqueline erklärte den Leuten dort was wichtig ist damit ein Consejo funktioniert. Ich hoffe es bessert sich etwas. Das wichtigste ist, dass die Leute sich organisieren und eine Struktur in ihre Gemeindearbeit bringen. Dazu braucht es meiner Meinung nach starke Persönlichkeiten.



Überhaupt fällt mir bisher auf, dass hier in unserem Barrio viel mehr Frauen als Männer in den organisatorischen Positionen unseres Consejos sitzen. Tendenziell ist es bemerkenswert, dass vieles Negative von Männern ausgeht.
Schnelles Motorrad fahren, saufen, riesige Subwoofer Anlagen in Autos usw.
Die Frauen strukturieren, koordinieren eher und spielen eine viel wichtigere Rolle als in unserer Gesellschaft. Ah ja zum Kinder zeugen sind die Männer hier auch noch gut.
Am Abend versammeln sich alle im Haus von Jaqueline um uns zu verabschieden.
Alle sitzen auf weißen Plastiksesseln im Wohnzimmer in einem großen Kreis und Dario und Adriana besorgen eine Kiste Bier zum Anstoßen. Echt lustig wie nett und lieb alle hier sind.
Sehr Familiär.


Ach übrigens so schaut eine venezuelanische Wegfahrsperre aus.

Samstag, 1. August 2009

Ruhiger Tag

01.08
Heute ein gemütlicher Tag, spät aufgestanden weil gestern ein paar Bier zu viel.
Ein bisschen Sideseeing sprich Touristisches Programm. Am Präsidenten Palast
vorbei gefahren.
Kapitol, Gericht, Metro gefahren und wurde fast von Taschendieben ausgeraubt.
Rolltreppe, vor mir eine Frau die am Ende stehen bleibt und von hinten und seitlich wird man
angerempelt und schon ist die Bauchtasche offen. Hab mich aber recht wüst vorbeigedrängt
und es wurde nichts raus genommen. Jaja immer die Augen offen halten. Morgen früh um 9
Uhr drehen wir eine sehr große Versammlung, bin gespannt wie ich das Ton mäßig umsetzen
kann.
Montag Vormittag geht es dann in Richtung Barinas 8 Autostunden südwestlich von Caracas.
Bin schon sehr gespannt wie es dort aussieht und wie die Drehbedingungen dort sind.
Im Moment waschen wir Wäsche da wir fast nichts mehr zum anziehen haben.
Viva La Revolucion !!!!!
Rudolfo


Mikrofon Konstruktion zum Aufnehmen der Consejos


Sonnenuntergang im Barrio


Junge am Dach